50 Jahre Deutsch-Türkisches Anwerbeabkommen

       Ideen?    Mitmachen!

Interview mit Herrn Rolf Geiße, vormals Vorsitzender für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz bei der Firma Mannesmann in Duisburg

 

Was verbinden Sie mit dem Thema “50 Jahre Anwerbeabkommen?”

Das verstehe ich als einen Beitrag für die Entwicklung von Menschen, die aus fremden Kulturen kamen. In der Arbeitswelt bedeutete das, sie anzulernen und uns um Verständigung zu bemühen. Doch ich verbinde mit dem Thema „50 Jahre Anwerbeabkommen“ nicht nur Arbeitskräfte, sondern es wurden auch Freundschaften geschaffen.

 

Wie hat sich die Integration in den 50 Jahren entwickelt / verändert?

Ich finde, die Entwicklung ist nicht weit gekommen. Es wurde und wird zuviel gesprochen, aber wenig umgesetzt. Für mein Ermessen, hat sich zu wenig getan. Jeder einzelne ist gefragt uns sollte einen Beitrag zur Integration leisten.

 

Welche positiven / negativen Erfahrungen haben Sie gemacht?

Ich habe viele Freundschaften geschlossen. Die Türen standen mir immer offen und noch heute habe ich starke Bindungen zu den Familien. Ich habe eigentlich nur positive Erfahrungen gemacht, weil ich auch offen bin und keine Vorurteile habe. Doch wenn meine Gesprächspartner anfangen auf einmal in ihrer Muttersprache zu sprechen und ich nichts verstehe – das ist nicht so angenehm.

 

Wie sehen ihre Wünsche für die nächsten (50?) Jahre aus?

Ich glaube an einen Aufbruch und, dass wir erkennen, was wir gemeinsam erlebt haben. Dass wir unsere gemeinsame Geschichte begreifen und die globalen Zusammenhänge verstehen. Das wünsche ich mir und vor allem – Frieden. Und, dass wir unser Verhältnis zur Türkei intensivieren.

 

Welche Beweggründe hatten Sie, sich für die Integrationsarbeit einzusetzen?

Das waren meine persönlichen Erfahrungen und die Kriegserlebnisse. Wenn man nur in eine Richtung geführt wird durch eine Diktatur. Nach dem Krieg war ich immer ein Mensch, der sich für Frieden und Freundschaft eingesetzt hat. Diese Begriffe haben für mich einen hohen Wert. Jeder sollte seinen Beitrag für ein gutes Miteinander leisten. Das Wichtigste ist: Etwas tun.