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„Als wir nach Duisburg kamen …“ – Immigranten erzählen ihre Geschichte

Duisburg, Schmelztiegel der Kulturen: Seit dem 2. Weltkrieg haben sich Menschen aus ganz Europa hier niedergelassen. Beim Wettbewerb „Geschichte(n) der Zuwanderung nach 1945“ der Stadt Duisburg erzählen sie ihren Werdegang. Noch bis Ende Mai können sich Interessierte für ein Thema entscheiden, es bearbeiten und eine Präsentation darüber erstellen.

 

 

Neue Heimat Duisburg

Gesucht werden persönliche Geschichten und Material wie Fotos oder Zeitungsauschnitte aus dem Leben der jeweils ersten Generation von Zuwanderer-Familien. Daraus erstellen die Teilnehmer spannende Dokumentationen, beispielsweise als Text, Collage, Video oder Tonaufnahme. Eine repräsentative Auswahl der Arbeiten wird ab Herbst 2011 im Internet sowie im Kultur- und Stadthistorischen Museum Duisburg ausgestellt. Hier entsteht dann aus dem Mosaik persönlicher Erinnerungen ein umfassendes Bild der Stadt und ihrer Bewohner – von damals bis heute.

Teilnahmebedingungen:

Beteiligen können sich Jugendliche und Erwachsene jeden Alters, Schulklassen und Gruppen aller Art.

Der Abgabetermin für die Präsentationen ist Ende Mai 2011, von Juni bis Juli sichtet und bewertet eine Jury die Arbeiten, die ausgestellt werden.

Anmeldungen an:

Geschichtswettbewerb
Referat für Integration
47049 Duisburg

oder

geschichte@stadt-duisburg.de

 

Weitere Informationen gibt es beim Referat für Integration, Tel.: (0203) 283-6916.

Laden Sie sich hier den Flyer zum Geschichtswettbewerb herunter.

 

Als wir nach Duisburg kamen…

Präsentation der Geschichtsaktion zur Zuwanderung nach Duisburg seit 1945 Ein blutjunger Schlesier ohne Möglichkeit der Rückkehr, eine junge Auslandsdeutsche aus Indonesien, ein Heimkehrer aus Kriegsgefangenschaft ohne Heimat, ein Binnenschiffer mit Schiff aus Sachsen, ein KFZ-Geselle aus der sowjetisch besetzten Zone, ein Frisör aus Sizilien, ein Bergmann aus Korea, eine Malerin und ein Koch aus der Türkei, ein jugoslawisches Gastarbeiterkind, die Tochter eines Zimmermannes aus Griechenland, ein deutscher Ingenieur aus Kasachstan – sie und andere stellen ihre ersten Jahre in Duisburg vor. Ein Kapitel Stadt- und Zeitgeschichte persönlich erzählt von Duisburgerinnen und Duisburgern die damals zugewandert sind. Veranstaltung im Rahmen der Sonderausstellung „Schmelztiegel Duisburg“.
Sonntag, 16. Oktober 2011, 12.00 Uhr, Kultur- und Stadthistorisches Museum


„Als wir nach Duisburg kamen…“


Horst S., gebürtiger Duisburger, wurde mit der Kinderlandverschickung vor den Bomben auf Duisburg in Sicherheit gebracht. 10 Jahre lang wurde er quer durch Deutschland verbracht, seine Heimat hatte er längst vergessen, bis ihn der Zufall wieder hierher brachte.

Bernhard G., konnte als blutjunger Bursche nach dem Ende des 2. Weltkrieges nicht mehr in seine Heimat Schlesien zurückkehren und kam nach Duisburg in den Bergbau. Hier fand er Lohn und Brot und gründete eine Familie.

Friedrich S., wollte nach englischer Kriegsgefangenschaft in Ägypten nicht mehr in die alte Heimat in der sowjetische Zone zurückkehren. Er landete in Duisburg und arbeitete sich von einfacher Tätigkeit in eine leitende Position hoch.

Helmi R., musste als junges Mädchen als Tochter eines Missionars mit ihrer Familie Indonesien verlassen und begann 1949 in Ruhrort eine Ausbildung als Schwesternschülerin.

Jens G., erzählt die Geschichte seines Opas und seiner Mutter. Der Großvater aus Sachsen war Binnenschiffer, er kam nach dem 2. Weltkrieg mit seinem Schiff von der Elbe an den Rhein; seine Mutter wuchs in Duisburg auf.

Joachim S., war mit seiner Mutter aus Ostpreussen nach Sachsen geflüchtet und hatte dort eine Lehre im legendären Audi-Werk bei Zwickau abgeschlossen. Dem gesellschaftlichen Druck der DDR entwich er, Jahre vor dem Mauerbau, nach Duisburg.

Salvatore L., kam mit seinem Freund von Sizilien nach Duisburg. Sie wollten etwas von der Welt sehen und fanden in der aufstrebenden Stadt an Rhein und Ruhr schnell Arbeit und Kontakt. Der Freund allerdings machte hier leider nicht sein Glück und kehrte zurück.

Sevunur R., hat ihre Geschichte aufgeschrieben. Das Lebensbild beginnt mit dem Zeitpunkt, als sie als kleines Mädchen nach Duisburg kam und schildert die Entwicklung zu einer sich selbst bestimmenden, eigenständigen Persönlichkeit. Heute unterrichtet sie in der Erwachsenenbildung und ist Malerin.

Müşerref S., schildert ihren privaten und beruflichen Werdegang in einer berührenden Geschichte. Sie kam in frühen Jahren aus familiären Gründen aus der Türkei und ist heute eine waschechte Duisburgerin.

Fatih A., erzählt die Geschichte seines Vaters Etem, der als sehr junger Mann das Lebensmittelgeschäft seiner Familie übernehmen musste und heute einen großen Partyservice und Imbisse führt.

Fatma A., zieht 1970 als junge Frau ihrem Mann hinterher, der in Deutschland arbeitet. Sie erzählt von den ersten Jahren in  Duisburg, von ihren Kindern und den Nachbarn und wie alles bis heute sich entwickelt hat.

Jeung-Ho K., wurde als Bergmann aus Süd-Korea angeworben und erlebte ein so ganz anderes Land, einschließlich des fremden Essens. Baldmöglichst holte er seine Frau nach und brachte es später zu einem erfolgreichen Gastronom.

Theodossia P., kam als Mädchen mit Schwester und Mutter aus Griechenland zum Vater nach Duisburg. Die bildungsbeflissenen Eltern, ihr persönlicher Fleiß und Glück mit einer Lehrerin ließen sie zur Akademikerin werden.

Irma L., beschreibt, wie ihr als jugoslawischem Gastarbeiterkind in Duisburg mit den Balkan-Kriegen ihre Identität abhanden kommt und sie sich neu erfinden muss. Dabei bleibt sie nicht im Gestern stehen.

Johann E., kam in reifen Jahren als Spätaussiedler aus Kasachstan zum Schwager nach Duisburg. Er engagierte sich sehr bald und anhaltend für die Integration seiner Landsleute und will die Erinnerung an die Geschichte der Deutschen in Russland wach halten. halten.